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In einem offenen Brief an die "Spiegel"-Chefredaktion haben 17 Schriftsteller einen Artikel des Magazins zu dem neuen Roman "Imperium" von Christian Kracht scharf kritisiert. Zu den Unterzeichnern des Briefes zählt der Schweizer Peter Stamm.
Der Verfasser habe "die Grenzen zwischen Kritik und Denunziation überschritten", hiess es in dem am Freitag veröffentlichten Schreiben. Äusserungen literarischer Figuren würden dem Autor zugeschrieben und als Beweis einer gefährlichen Haltung gewertet.
Der "Spiegel"-Journalist Georg Diez hatte dem Schweizer Autor Kracht Nähe zu rechtem Gedankengut vorgeworfen. Dabei stützt sich Diez jedoch nicht nur auf Passagen aus "Imperium", sondern bezieht sich insbesondere auch auf einen 2010 publizierten, bislang wenig beachteten Briefwechsel Krachts mit dem US-Künstler David Woodard.
Krachts Brieffreund schwärmt laut "Spiegel" unter anderem für den Terroristen Timothy McVeigh und Goebbels Propagandaschreiber, Wilfred von Oven. Kracht seinerseits soll Woodard geraten haben, seine Gesinnung hinter einem "Nebelvorhang" vor den Linken in Europa zu verstecken, heisst es in dem Artikel weiter.
Die Absender des Offenen Briefes, darunter Daniel Kehlmann, Elfriede Jelinek, Monika Maron, Kathrin Schmidt und Katja Lange-Müller, gehen auf die Woodard-Passagen des "Spiegel"-Artikels nicht ein. Kracht selber äusserte sich bislang nicht zu dem Fall.
Nach den "Spiegel"-Vorwürfen sagte Kracht seine für den 22. Februar geplante Buchpremiere in Berlin ab. "Der "Spiegel"-Angriff bedrückt Christian Kracht so sehr, dass er sich im Moment ausserstande sieht, nach Deutschland zu kommen", teilte sein Verlag mit. Die Premiere findet damit voraussichtlich am 7. März in Zürich statt.
In seinem vierten Roman schildert der 45-jährige Kracht die Geschichte eines Aussteigers mitten in der deutschen Kolonialzeit. Der Nürnberger August Engelhardt hatte 1902 eine Südsee-Insel gekauft, um dort das "Kokovorische Weltreich" zu gründen. In Engelhardts Lehre ging es darum, nackt der Kokosnuss zu huldigen.
Weitere Kommentare
B. Kerzenmacher
Oochhh...Offenbar muss auch hier zuerst ein Gericht entscheiden wie bei "Tim und Struppi". Alles andere ist Zeitvergeudung... mindestens! Ironie aus.
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Autoren kritisieren "Spiegel"-Artikel zu Krachts neuem Roman
In einem offenen Brief an die "Spiegel"-Chefredaktion haben 17 Schriftsteller einen Artikel des Magazins zu dem neuen Roman "Imperium" von Christian Kracht scharf kritisiert. Zu den Unterzeichnern des Briefes zählt der Schweizer Peter Stamm.
Der Verfasser habe "die Grenzen zwischen Kritik und Denunziation überschritten", hiess es in dem am Freitag veröffentlichten Schreiben. Äusserungen literarischer Figuren würden dem Autor zugeschrieben und als Beweis einer gefährlichen Haltung gewertet.
Der "Spiegel"-Journalist Georg Diez hatte dem Schweizer Autor Kracht Nähe zu rechtem Gedankengut vorgeworfen. Dabei stützt sich Diez jedoch nicht nur auf Passagen aus "Imperium", sondern bezieht sich insbesondere auch auf einen 2010 publizierten, bislang wenig beachteten Briefwechsel Krachts mit dem US-Künstler David Woodard.
Krachts Brieffreund schwärmt laut "Spiegel" unter anderem für den Terroristen Timothy McVeigh und Goebbels Propagandaschreiber, Wilfred von Oven. Kracht seinerseits soll Woodard geraten haben, seine Gesinnung hinter einem "Nebelvorhang" vor den Linken in Europa zu verstecken, heisst es in dem Artikel weiter.
Die Absender des Offenen Briefes, darunter Daniel Kehlmann, Elfriede Jelinek, Monika Maron, Kathrin Schmidt und Katja Lange-Müller, gehen auf die Woodard-Passagen des "Spiegel"-Artikels nicht ein. Kracht selber äusserte sich bislang nicht zu dem Fall.
Nach den "Spiegel"-Vorwürfen sagte Kracht seine für den 22. Februar geplante Buchpremiere in Berlin ab. "Der "Spiegel"-Angriff bedrückt Christian Kracht so sehr, dass er sich im Moment ausserstande sieht, nach Deutschland zu kommen", teilte sein Verlag mit. Die Premiere findet damit voraussichtlich am 7. März in Zürich statt.
In seinem vierten Roman schildert der 45-jährige Kracht die Geschichte eines Aussteigers mitten in der deutschen Kolonialzeit. Der Nürnberger August Engelhardt hatte 1902 eine Südsee-Insel gekauft, um dort das "Kokovorische Weltreich" zu gründen. In Engelhardts Lehre ging es darum, nackt der Kokosnuss zu huldigen.
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