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Kommentar von James Dyson
Gründer des Technologieunternehmens Dyson Ltd
„China muss seine Patentpolitik ändern“
London/Zürich, 14. Dezember 2011
China muss seine Patentpolitik ändern
Geschäftsabschlüsse in Milliardenhöhe haben Unternehmen diesen Sommer während des Besuchs von Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao in Europa unterzeichnet. Das ist zu begrüssen. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass stabile Handelsbeziehungen eine soliden Rechtsgrundlage und Chancengleichheit brauchen. Die Verteidigung von geistigem Eigentum in China zeigt, wie mühsam die aufzubauen sind.
Neue Ideen und Technologien haben einen grossen Wert. Sowohl die Schweiz als auch Grossbritannien sind Länder mit hohem Technologie Know how und beide haben Erfolg, weil Erfinder hoch geschätzt und Innovationen geschützt werden. Dies ist entscheidend, weil der Wert von Ideen und Erfindungen darin liegt, dass dafür Patente angemeldet und Nachahmungen verhindert werden können.
Innovationen und Erfindungen sind die Basis von erfolgreichen wissensbasierten Volkswirtschaften. Erfindungsgabe und der Export neuer Technologien kann lukrativ sein, aber beides ist auch teuer, riskant und arbeitsintensiv. Als ich mein Unternehmen gründete, haben mich die Kosten für den Schutz und die Erneuerung meiner Patente fast in den Bankrott getrieben.
Ein aktuelles Beispiel dafür, welche Kosten Nachahmungen verursachen, ist der Air Multiplier Ventilator. Bei der Entwicklung des rotorlosen Ventilators waren alle Disziplinen des 650 Mann starken Forschungs- und Entwicklungszentrums gefordert. Wir haben drei Jahre daran gearbeitet, 8,5 Millionen Pfund und 290 000 Stunden darauf verwendet.
Und seitdem wir 2009 den Air Multiplier auf den Markt gebracht haben, mussten wir jedes Jahr Millionenbeträge an Anwalts- und Gerichtskosten ausgegeben, um mehr als 100 Nachahmerprodukte in 20 Ländern zu bekämpfen. All diese Nachahmerprodukte stammen aus China. Chinesische Hersteller haben sogar Patente auf rotorlose Ventilatoren erhalten, die auf Patentanträgen beruhen, die Dyson 2008 gestellt hatte und die immer noch nicht genehmigt wurden. Auch deshalb stehen wir seit längerem in direktem Kontakt mit der englischen Regierung und ich habe im März 2010 einen Report verfasst, der sich unter anderem mit dem Schutz von geistigem Eigentum und der Förderung von Ingenieurswissenschaften befasst. Wir beauftragen auch Public Affairs Agenturen, wie Bell und Pottinger, um die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren.
Wir gewinnen zwar Rechtsstreit um Rechtsstreit gegen Importeure von Nachahmerprodukten und zwingen Händler dazu, diese zurückzuziehen oder zu vernichten, aber es wäre viel einfacher und gerechter, wenn die chinesischen Behörden ihr Haus in Ordnung brächten, indem sie die Vorschriften der Welthandelsorganisation (WTO) über geistiges Eigentum erfüllen. Dies würde für Unternehmen Chancengleichheit herstellen, unabhängig davon, wo sie ihren Sitz haben.
Grosse Unternehmen wie Siemens und Bosch haben ähnliche Probleme wie wir. Aus der Schweiz kenne ich das Problem der Uhrenindustrie, die jährliche hunderte Millionen Franken wegen Fälschungen verliert. Aber was ist mit den kleinen Unternehmen? Die Verteidigung unseres geistigen Eigentums kostet uns Millionen. Aber wir können uns glücklich schätzen, dass wir über die nötigen Ressourcen verfügen. Kleinen Unternehmen aber bleibt keine Hoffnung, wenn die Regeln nicht verschärft werden.
Europäische Arbeitsplätze und Exporte stehen auf dem Spiel, wenn wir Erfindungen, die wir hier in Europa gemacht haben, nicht erfolgreich exportieren können, weil die Chinesen unfair konkurrieren. Die europäischen Regierungen sollten sich für eine gleiche Behandlung inländischer und ausländischer Patentanmeldungen einsetzen, für harte Bussgelder bei Verstössen und eine Beschleunigung der Verfahren von ausländischen Patentanmeldungen in China, wenn es klare Verstösse gegen bestehende Patente gibt.
- James Dyson
Über das Unternehmen Dyson
Dyson definiert sich als Ingenieursunternehmen. Rund ein Drittel der über 2600 Mann starken Belegschaft sind Ingenieure und Forscher. Dieses Wissen in den Bereichen Mechanik, Elektrizität, EMC, Thermik, Chemie, Akustik und Softwareentwicklung erlaubt die Entwicklung neuer Produkte, um Bestehendes zu verbessern. Dyson hat über 1100 Patente und entsprechende Weiterentwicklungen für über 150 Erfindungen. Die Investitionen für Forschung und Entwicklung betragen 2011 rund 80 Millionen Pfund.
Seit 1993 wurden weltweit in 50 Ländern über 35,5 (April 2010) Millionen Staubsauger verkauft – 11,6 Millionen davon allein zwischen 2006 und 2008. Seit 2007 sorgt der Dyson Airblade Händetrockner weltweit für trockene Hände und seit 2011 gibt es in der Schweiz die Dyson Air Multiplier Ventilatoren sowie den Dyson hot Heizlüfter - beide ohne Propeller.
Haben Sie was entdeckt, wohnen Sie einem speziellen Anlass bei oder hat sich in Ihrer Nähe ein Unfall ereignet? Dann berichten Sie uns doch per Mail: Bei einem Anlass kommen wir jederzeit zum Filmen, Fotografieren oder Interviewen vorbei! Ihr aktuell.tv-Team
Dyson: China muss seine Patentpolitik ändern
Kommentar von James Dyson
Gründer des Technologieunternehmens Dyson Ltd
„China muss seine Patentpolitik ändern“
London/Zürich, 14. Dezember 2011
China muss seine Patentpolitik ändern
Geschäftsabschlüsse in Milliardenhöhe haben Unternehmen diesen Sommer während des Besuchs von Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao in Europa unterzeichnet. Das ist zu begrüssen. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass stabile Handelsbeziehungen eine soliden Rechtsgrundlage und Chancengleichheit brauchen. Die Verteidigung von geistigem Eigentum in China zeigt, wie mühsam die aufzubauen sind.
Neue Ideen und Technologien haben einen grossen Wert. Sowohl die Schweiz als auch Grossbritannien sind Länder mit hohem Technologie Know how und beide haben Erfolg, weil Erfinder hoch geschätzt und Innovationen geschützt werden. Dies ist entscheidend, weil der Wert von Ideen und Erfindungen darin liegt, dass dafür Patente angemeldet und Nachahmungen verhindert werden können.
Innovationen und Erfindungen sind die Basis von erfolgreichen wissensbasierten Volkswirtschaften. Erfindungsgabe und der Export neuer Technologien kann lukrativ sein, aber beides ist auch teuer, riskant und arbeitsintensiv. Als ich mein Unternehmen gründete, haben mich die Kosten für den Schutz und die Erneuerung meiner Patente fast in den Bankrott getrieben.
Ein aktuelles Beispiel dafür, welche Kosten Nachahmungen verursachen, ist der Air Multiplier Ventilator. Bei der Entwicklung des rotorlosen Ventilators waren alle Disziplinen des 650 Mann starken Forschungs- und Entwicklungszentrums gefordert. Wir haben drei Jahre daran gearbeitet, 8,5 Millionen Pfund und 290 000 Stunden darauf verwendet.
Und seitdem wir 2009 den Air Multiplier auf den Markt gebracht haben, mussten wir jedes Jahr Millionenbeträge an Anwalts- und Gerichtskosten ausgegeben, um mehr als 100 Nachahmerprodukte in 20 Ländern zu bekämpfen. All diese Nachahmerprodukte stammen aus China. Chinesische Hersteller haben sogar Patente auf rotorlose Ventilatoren erhalten, die auf Patentanträgen beruhen, die Dyson 2008 gestellt hatte und die immer noch nicht genehmigt wurden. Auch deshalb stehen wir seit längerem in direktem Kontakt mit der englischen Regierung und ich habe im März 2010 einen Report verfasst, der sich unter anderem mit dem Schutz von geistigem Eigentum und der Förderung von Ingenieurswissenschaften befasst. Wir beauftragen auch Public Affairs Agenturen, wie Bell und Pottinger, um die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren.
Wir gewinnen zwar Rechtsstreit um Rechtsstreit gegen Importeure von Nachahmerprodukten und zwingen Händler dazu, diese zurückzuziehen oder zu vernichten, aber es wäre viel einfacher und gerechter, wenn die chinesischen Behörden ihr Haus in Ordnung brächten, indem sie die Vorschriften der Welthandelsorganisation (WTO) über geistiges Eigentum erfüllen. Dies würde für Unternehmen Chancengleichheit herstellen, unabhängig davon, wo sie ihren Sitz haben.
Grosse Unternehmen wie Siemens und Bosch haben ähnliche Probleme wie wir. Aus der Schweiz kenne ich das Problem der Uhrenindustrie, die jährliche hunderte Millionen Franken wegen Fälschungen verliert. Aber was ist mit den kleinen Unternehmen? Die Verteidigung unseres geistigen Eigentums kostet uns Millionen. Aber wir können uns glücklich schätzen, dass wir über die nötigen Ressourcen verfügen. Kleinen Unternehmen aber bleibt keine Hoffnung, wenn die Regeln nicht verschärft werden.
Europäische Arbeitsplätze und Exporte stehen auf dem Spiel, wenn wir Erfindungen, die wir hier in Europa gemacht haben, nicht erfolgreich exportieren können, weil die Chinesen unfair konkurrieren. Die europäischen Regierungen sollten sich für eine gleiche Behandlung inländischer und ausländischer Patentanmeldungen einsetzen, für harte Bussgelder bei Verstössen und eine Beschleunigung der Verfahren von ausländischen Patentanmeldungen in China, wenn es klare Verstösse gegen bestehende Patente gibt.
- James Dyson
Über das Unternehmen Dyson
Dyson definiert sich als Ingenieursunternehmen. Rund ein Drittel der über 2600 Mann starken Belegschaft sind Ingenieure und Forscher. Dieses Wissen in den Bereichen Mechanik, Elektrizität, EMC, Thermik, Chemie, Akustik und Softwareentwicklung erlaubt die Entwicklung neuer Produkte, um Bestehendes zu verbessern. Dyson hat über 1100 Patente und entsprechende Weiterentwicklungen für über 150 Erfindungen. Die Investitionen für Forschung und Entwicklung betragen 2011 rund 80 Millionen Pfund.
Seit 1993 wurden weltweit in 50 Ländern über 35,5 (April 2010) Millionen Staubsauger verkauft – 11,6 Millionen davon allein zwischen 2006 und 2008. Seit 2007 sorgt der Dyson Airblade Händetrockner weltweit für trockene Hände und seit 2011 gibt es in der Schweiz die Dyson Air Multiplier Ventilatoren sowie den Dyson hot Heizlüfter - beide ohne Propeller.
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