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Letzte Aktualisierung 23.05.2012 | 21:22:28
Schaurig-schöne Einwanderer und unsittliche Ureinwohner
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Dank des feuchtwarmen Sommers spriessen sie dieses Jahr früher als gewohnt und in grosser Zahl: die Pilze. Die Lebensform, die biologisch gesehen weder zu den Tieren noch zu den Pflanzen gehört, präsentiert sich in der Schweiz in rund 5500 Arten. «natürlich» berichtet, welche Pilz-Schönheiten es zu entdecken gibt, welche Pilze zum Himmel stinken und welche Exemplare ihrer obszönen Erscheinung wegen von besorgten Müttern in vergangenen Jahrhunderten gar systematisch vernichtet wurden.

Der rot leuchtende Tintenfischpilz ist ein illegaler Einwanderer. Eigentlich in Australien und Neuseeland heimisch hat er sich 1943 stinkfrech in der Schweiz, genauer gesagt auf unseren Alpwiesen und Laubwäldern niedergelassen. Da der hübsche Kerl nie in Massen auftritt und seinen einheimischen Zeitgenossen keine Konkurrenz macht, ist er aber ein gern gesehener Gast. Eine weitere zugewanderte Pilz-Schönheit ist die Schleierdame aus Nordamerika. Die Schöne hat in ihrer Verwandtschaft aber eine ureuropäische Exhibitionistin zu beklagen: Die gemeine Stinkmorchel. Mit ihrer schamlosen Phallusform hat sie in vergangenen Jahrhunderten sogar schon Sittenwächter auf den Plan gerufen! Henrietta Darwin, keine geringere als die Tochter des Evolutionsbiologen Charles Darwin, fürchtete um die Unbescholtenheit der unschuldig im Wald spazierenden Mädchen und vernichtete darum alle Stinkmorcheln, die sie finden konnte. Die europäischen Wälder haben aber nicht nur Pilzunholde hervorgebracht. Der Gewimperte Erdstern und der leuchtend-gelbe Klebrige Hörnling sind echte Schönheiten, die schon unsere Urahnen auf Waldspaziergängen bestaunen konnten. «natürlich» wünscht viel Spass bei der Pilz-Schatzsuche!

Bildquelle: Magazin "Natürlich"


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FR, 26.08.2011 08:16H - Polizeimeldungen

Schaurig-schöne Einwanderer und unsittliche Ureinwohner

Dank des feuchtwarmen Sommers spriessen sie dieses Jahr früher als gewohnt und in grosser Zahl: die Pilze. Die Lebensform, die biologisch gesehen weder zu den Tieren noch zu den Pflanzen gehört, präsentiert sich in der Schweiz in rund 5500 Arten. «natürlich» berichtet, welche Pilz-Schönheiten es zu entdecken gibt, welche Pilze zum Himmel stinken und welche Exemplare ihrer obszönen Erscheinung wegen von besorgten Müttern in vergangenen Jahrhunderten gar systematisch vernichtet wurden.

Der rot leuchtende Tintenfischpilz ist ein illegaler Einwanderer. Eigentlich in Australien und Neuseeland heimisch hat er sich 1943 stinkfrech in der Schweiz, genauer gesagt auf unseren Alpwiesen und Laubwäldern niedergelassen. Da der hübsche Kerl nie in Massen auftritt und seinen einheimischen Zeitgenossen keine Konkurrenz macht, ist er aber ein gern gesehener Gast. Eine weitere zugewanderte Pilz-Schönheit ist die Schleierdame aus Nordamerika. Die Schöne hat in ihrer Verwandtschaft aber eine ureuropäische Exhibitionistin zu beklagen: Die gemeine Stinkmorchel. Mit ihrer schamlosen Phallusform hat sie in vergangenen Jahrhunderten sogar schon Sittenwächter auf den Plan gerufen! Henrietta Darwin, keine geringere als die Tochter des Evolutionsbiologen Charles Darwin, fürchtete um die Unbescholtenheit der unschuldig im Wald spazierenden Mädchen und vernichtete darum alle Stinkmorcheln, die sie finden konnte. Die europäischen Wälder haben aber nicht nur Pilzunholde hervorgebracht. Der Gewimperte Erdstern und der leuchtend-gelbe Klebrige Hörnling sind echte Schönheiten, die schon unsere Urahnen auf Waldspaziergängen bestaunen konnten. «natürlich» wünscht viel Spass bei der Pilz-Schatzsuche!

Bildquelle: Magazin "Natürlich"

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